Israelischer Minister: Esther Schapira gibt Contra

In seinem politischen Amoklauf setzte der israelische Minister Atama Ben Gvir die Todesstrafe für Palästinenser durch.
Dem Minister widerspricht die Journalistin Esther Schapira in einem Artikel in der Jüdischen Allgemeinen:

„Nein, und nochmals nein!
Der rechtsextreme Minister Itamar Ben-Gvir sagt, das Gesetz zur Todesstrafe werde dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen«. Dabei steht es im Widerspruch zu fundamentalen Werten des Judentums.
Nein, und nochmals nein. Es gibt viele Begründungen für das neue Gesetz zur Todesstrafe. Sie sind alle falsch. Wer die Todesstrafe für palästinensische Terroristen vorsieht, der versündigt sich am Rechtsstaat, und da der in Israel noch funktioniert, wird der oberste Gerichtshof dieses rechtsextreme Wahlkampfgetöse hoffentlich einkassieren. Dieses Gesetz zielt auf die niedersten Instinkte von Rache und entfesselter Wut zutiefst traumatisierter Menschen, denen der rechtsextremistische Minister Itamar Ben-Gvir Sicherheit verspricht.
»Abschreckend« soll es wirken – aber welcher Terrorist, der davon träumt, Märtyrer zu werden, lässt sich ausgerechnet durch die Todesstrafe abschrecken? »Gerechtigkeit für die Opfer« verspricht Ben-Gvir und ein Gesetz, das dem Volk Israel »den Stolz zurückbringen« werde. Was für eine Anmaßung!
Stolz ist das israelische Volk auf seine Demokratie, die es bereits vor den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 gegen die eigene Regierung auf der Straße verteidigt hat. Woche für Woche. Der Zionismus ist das Versprechen, ein freies jüdisches Volk in einem freien, demokratischen Land Israel zu sein. Am 8. Mai 1948 wurde dieses Versprechen erfüllt. Auch den Opfern der Schoa widerfuhr damit Gerechtigkeit. Dieses Land gegen alle Angriffe von außen und innen zu verteidigen und gegen alle Widerstände und Feinde, eine lebendige, freie, streitbare Gesellschaft und ein blühendes Land aufgebaut zu haben, das macht Juden in aller Welt stolz.
Der 7. Oktober wurde zur größten Bewährungsprobe seit der Staatsgründung. Das Volk hat sie grandios bestanden. Mit Mut, mit Resilienz, mit der bedingungslosen Liebe zum Leben. Das Volk, nicht Politiker, die mit einem Henkersknoten am Revers die Würde des Menschen verhöhnen. Die entscheidende Schlacht zum Überleben des zionistischen Traums nämlich wird nicht militärisch gewonnen, sondern moralisch.“

Allen Ginsberg hundert Jahre


Allen Ginsberg als METZGER-Autor?
Ja, und zwar mit einem Original-Beitrag.
Eine Parteinahme für den juristisch verfolgten Aktivisten Abbie Hoffman. Allen Ginsberg verschickte seine Erklärung mit Bitte um Abdruck an die Mitglieder des Undergound Press Syndicate, also auch an die METZGER-Redaktion.
Allen Ginsberg wurde am 3. Juni 1926, heute vor hundert Jahren geboren.

Namen, die nicht vergessen werden dürfen.
Vergessen macht arm.
Erinnern ist wahrer Reichtum.

Jahrestage

1. Juni 2012, 1. Juni 2026.
Das Weblog amore e rabbia wird heute 14 Jahre alt.
4048 Notate.
Wieviel Bilder? Vielleicht zählt mal jemand nach.
7947 Kommentare – darunter solche von solchen Kapäzitaten wie Schmitzvon Reichseimer und Aufklärer wie Nobert Wielen, Trostspender wie Schmitzeuropa und viele Zuunrechtungenannte.
Wie alles anfing:


Und es wird immer besser.

Demnächst in der Weltbühne: Ein Buch über den inneren Zustand Israels

Demnächst in der Buchhandlung Weltbühne:
Michael Sfard: Israels Bumerangeffekt. Von der Besatzung zum Ende der Demokratie. Aus dem Hebräischen von Lucia Engelbrecht. Edition Nautilus 2026 (Nautilus Flugschrift). Deutsche Erstausgabe. Broschur, ca. 220 Seiten. ca. € 20,00

Erscheint im September 2026

Der renommierte israelische Menschenrechtsanwalt Michael Sfard zeigt, warum Israels Unterdrückung der Palästinenser*innen unlösbar mit dem Abgleiten in einen inneren Autoritarismus verbunden ist
Als 2023 Hunderttausende Israelis gegen die sogenannte »Justizreform« der rechtsextremen Regierung auf die Straße gingen, blendeten die meisten von ihnen aus, dass das, wogegen sie protestierten – Verlust der Gewaltenteilung und demokratischer Grundrechte –, ein paar Kilometer weiter bereits seit Jahrzehnten Realität ist; betrieben in systematischer Komplizenschaft von staatlicher Willkür und Siedlergewalt, von den israelischen Medien beschwiegen, von der jüdischen Bevölkerung verdrängt.
Doch die Besatzung, davon ist der Menschenrechtsanwalt Michael Sfard überzeugt, lässt sich nicht von der Realität der israelischen Gesellschaft abspalten – sie formt nicht nur die Unterdrückten, sondern auch die Unterdrücker. Sie hat eine antidemokratische Ideologie befeuert, die sich zunehmend auch nach innen richtet, um die Grundprinzipien des Rechtsstaats zu demontieren. Die israelische Gesellschaft, so Sfard, muss diese Zusammenhänge verstehen und die Besatzung endlich überwinden.
Michael Sfard vertritt regelmäßig palästinensische Mandant*innen und Gemeinden vor israelischen Gerichten. Im Kontext dieser Arbeit und im historischen Rückblick entfaltet er Ursprünge und Folgen der antidemokratischen Entwicklungen: von der geplanten »Justizreform« 2023 über die zunehmenden Angriffe auf die Zivilgesellschaft seit 2010, den Sechstagekrieg 1967 und die Nakba bis hin zum Trauma der Schoa – um schließlich in die Gegenwart zurückzukehren: zum Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden verheerenden Krieg in Gaza.
Ein beeindruckendes Plädoyer für Verständigung und eine Überwindung der Gewalt.

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Dietmar Schönherr

Gestern, so habe ich zu spät erfahren, war der hundertste Geburtstag von Dietmar Schönherr (1926-2014).
Ich bin jüngeren Menschen begegnet, denen ich erklären mußte, wer Dietmar Schönherr war. Wer die Zeit vor dem Jahr 2000 in diesem Land (in diesem Sprachraum) erlebt hat, hat den Namen oft gehört.
Dietmar Schönherr war ein Österreichischer Schauspieler, sehr populär. In über 100 Kinofilmen und in einigen Fernsehproduktionen hat er mitgewirkt. Aber sein Wirken in der Öffentlichkeit ging weit darüber hinaus, in Unterhaltungsfilmen seinem Namen Ehre zu machen.

Schönherr hat im Fernsehen Sachen geboten, an die das Publikum sich erst gewöhnen mußte. Dazu gehörte die TV-Science-Fiction-Serie „Raumpatrouille“ (ab 1966) als Beweis dafür, daß Science Fiction mehr sein kann (und mehr sein sollte) als den Weltraum mit Räuberpistolen zu füllen. Sehr beargwöhnt und sehr beachtet wurde die erste Talkshow „Je später der Abend“ (ab 1969), die mit den Palaver- und Promotion-Talkshows der Jetzt-Zeit nicht zu vergleichen ist.

Das politische und soziale Engagement von Dietmar Schönherr war vielfältig und ausdauernd – und wirksam. Er war in der Friedensbewegung aktiv. Er gehörte zu den Mutlangen-Blockierern. Das Foto zeigt ihn beim Ostermarsch 1987 (the man in red am Mikrophon – Bild aus der Serie Situationspostkarten). Sehr nachhaltig engagierte er sich in der Solidaritätsarbeit für Nicaragua.

Er drückte es bescheiden aus:
„Ich bin ein Dissident des herrschenden Systems, ja. Ich war zeitlebens ein kritischer Mensch, ein skeptischer Beobachter unserer kapitalistischen Gesellschaft, in der mir vieles nicht gefällt.“
„‚Brot und Kunst‘ sind die wichtigsten Lebensmittel des Menschen. Wir kümmern uns um beides.“
über den Verein Pan y Arte.

Die erste Arbeit in einem Film-Studio tat er gegen Ende des Zweiten Weltkriegs – gemeinsam mit Hardy Krüger, dessen weiteres Leben ähnlich verlief.
Namen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.