Der Renner von damals als Witz von heute


Erschienen 1996, war es hier ein Renner. Heute kehrte das Buch ins Antiquariat zurück.
Im Klappentext steht: „In einer schriftlich geführten Dabatte entwickeln Sahra Wagenknecht und Jürgen Elsässer ihre Positionen und Differenzen. Ihr Streit ist ein Startzeichen für die Rekonstruktion einer kommunistischen Perspektive.“
Der erste Satz von Jürgen Elsässer in dem Buch lautet:
„Die Spaltung Deutschlands war die größte historische Leistung der SED und bescherte Europa eine fünfzigjährige Ruhe vor den furor teutonicus.“
Das Buch kann im Antiquariat der Buchhandlung Weltbühne bestellt werden. 10 Euro plus Porto. Wer zuerst kommt lacht zuerst.

Campact appelliert zu appellieren

Campact schrieb mir heute:
Zwölf Cent. So viel bekommt pro Kilowattstunde, wer den Strom seiner Dach-Solaranlage ins Netz einspeist – fest zugesagt und planbar. Diese Sicherheit will Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) abschaffen. Auch Windräder könnten zum Risiko-Projekt werden. Das verhindert günstigen, sauberen Strom und hält uns abhängig von Öl- und Gas-Deals mit autoritären Regimen. In etwa zwei Wochen soll der Bundestag Reiches Anti-Erneuerbaren-Gesetze beschließen.
Doch zwischen Union und SPD knirscht es, und selbst in Reiches eigener Partei gibt es Widerstand. Daniel Günther, CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, hat Reiches Pläne in einem Brief an Kanzler Merz deutlich kritisiert. Letzten Freitag haben Tausende aus der Branche vorm Bundestag demonstriert. Mit Erfolg: Die Abstimmung wurde verschoben. Diese Zeit nutzen wir – und überzeugen die Abgeordneten. Denn auf sie kommt es an.
Dafür gehen wir dorthin, wo sie gewählt werden – in ihren Wahlkreis. Stell Dir vor, in den nächsten Tagen fordern überall im Land Menschen in den lokalen Büros von SPD und Union: „Lassen Sie nicht zu, dass die Energiewende scheitert!“ Solche Gespräche nehmen Abgeordnete mit nach Berlin. Können sie die Pläne nicht länger in ihrem Wahlkreis verkaufen, bestehen sie darauf, dass die Gesetze nachgebessert werden.
Die Abgeordneten sind nur noch für zwei Wochen im Wahlkreis, bevor sie in Berlin entscheiden. Nnutze diese Zeit und besuche das Büro Deiner*Deines Abgeordneten von SPD oder Union. Ob Bürgersprechstunde, eigener Termin oder spontaner Besuch: Bitte Deine Vertretung in Berlin, sich für die Erneuerbaren einzusetzen.
Persönlich vorbeikommen – das macht richtig Eindruck!
Ein direkter Besuch bei denen, die für Dich im Bundestag sitzen – davon lebt Demokratie. Und hier lohnt sich Dein Einsatz besonders. Denn die Abgeordneten sind in der wichtigen Frage nach sauberem Strom uneins. Du kannst einfach vorbeigehen, anklopfen und sagen, was Dir wichtig ist. Dafür musst Du kein*e Expert*in sein. Entscheidend ist, dass die Abgeordneten spüren: Ihr Wahlkreis schaut bei diesem Thema genau hin.
Dass Reiches Gesetze nicht längst beschlossen sind, haben wir gemeinsam erreicht. Über 700.000 Menschen haben sich mit einem Appell gegen die Pläne gewehrt. Den Entscheider*innen der SPD haben wir Zehntausende individuelle Plädoyers für die Energiewende geschickt. Im April standen wir mit 80.000 Menschen in vier Städten auf der Straße. Letzten Freitag zog die Branche nach: Unternehmer*innen, Beschäftigte, Gewerkschaften und Branchenverbände riefen gemeinsam zur Demo in Berlin.
Jetzt haben wir das entscheidende Zeitfenster gewonnen, um die Abgeordneten mit dem zu überzeugen, was am stärksten wirkt: persönliche Appelle aus ihrem Wahlkreis. Die nächsten zwei Wochen entscheiden, ob die Energiewende weitergeht oder Reiche die Bremse einlegt. Bitte geh zu Deiner*Deinem Abgeordneten und mach klar: Die Menschen in ihrem*seinem Wahlkreis wollen saubere, günstige Energie.
Herzliche Grüße
Verena Kraß, Campaignerin
PS: Du schaffst es nicht persönlich ins Wahlkreisbüro? Dann greif zum Telefon. Sag den Mitarbeitenden, die rangehen, wie wichtig Dir die Energiewende ist und dass erneuerbare Energien gefördert statt blockiert werden müssen. Sie tragen Deine Botschaft weiter. Oder bitte um einen Telefontermin mit der*dem Abgeordneten.

Neu in der Weltbühne: Links leben mit Kindern

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: Almut Birken, Nicola Eschen (Hg.): Links leben mit Kindern.
Care Revolution zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Unrast Verlag. 3., erweiterte Auflage 2026. 288 S. 18 €

»Danke, dass ihr für revolutionären Nachwuchs sorgt.«
Patriarchat auflösen! Kleinfamilie überwinden! Reproduktionsarbeit teilen! Care-Revolution! – Geht es um das Thema Kinder, fallen in linken Zusammenhängen häufig Schlagworte wie diese. Einige Menschen versuchen tatsächlich, diese politische Vision konkret in ihrem Alltag umzusetzen: in Freundschaften, Hausprojekten, Wohngemeinschaften oder Teilfamilien. Es gibt zahlreiche Erfahrungen mit gescheiterten, aber auch gelungenen Versuchen, mit Kindern in Gemeinschaft zu leben oder die Beziehung zu ihnen jenseits klassischer Eltern-Kind-Verhältnisse zu gestalten. Diese Erfahrungen zwischen politischem Anspruch und alltäglicher Realität kommen in diesem Buch in ihrer Vielstimmigkeit zum Ausdruck – mit dem Ziel, weiter gemeinsam für eine gesellschaftliche Utopie zu kämpfen, in der niemand allein mit Kind zurückbleibt.
»In ihrem vielfältigen und mitreißenden Sammelband über linke Lebensweisen und Elternschaft versammeln Almut Birken und Nicola Eschen verschiedenste Perspektiven zu diesem Themenkomplex.« – Verena Kettner, an.schläge
»Es sind sehr persönliche Geschichten, und auch die wenigen eher analytischen Texte sind sehr lesenswert … « – Bernd Hüttner, contraste

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Buchhandlung Weltbühne – Gneisenaustraße 226, 47057 Duisburg (Neudorf). Tel. 0203 375121
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Das Wort zum Sonntag

Erbsenzähler und Pedanten greifen ein.
Sie entsprechen dem Sozialisationstyp des Putzteufels,
der in seinem Sauberkeitswahn
das Haus unbewohnbar macht.
Sprache, die zu „Sprachhandeln“ mutiert, ist keine mehr.
Mitteilungen sind nur noch Vorwand für den Nachweis der Korrektnis.

Wer „wex?“ fragt, weil „wer?“ zu geschlechtsbezogen ist,
will doof sein.
Wer „wex?“ fragt, weil „wer?“ zu geschlechtsbezogen ist,
will, daß alle doof sind.

Das Zeigen des Vogels
erweist sich als politische Notwendigkeit.


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Neu in der Weltbühne: Deutscher und Jude

Neu in der Buchhandlung Weltbühne: John K. Dickinson: Deutscher und Jude. Das Leben und Sterben des Hermann Reis
Übersetzt und herausgegeben von Stephan H. Nolte.
Büchner Verlag. 2026. 384 Seiten Paperback. 30 €

Deutscher und Jude des amerikanischen Soziologen John K. Dickinson erzählt die Geschichte des Marburger Anwalts Hermann Reis – von der Wiege 1896 bis zu seiner Ermordung in Auschwitz 1944. Aufgewachsen als Sohn eines jüdischen Viehhändlers im hessischen Hinterland und später tätig als Anwalt im nahe gelegenen Marburg folgen wir Reis auf seinem Weg von einer als harmonisch erlebten Jugend durch eine sich stetig radikalisierende Gesellschaft. Jede neue Maßnahme zur Diskriminierung und Schikanierung der jüdischen Bevölkerung macht Dickinson in ihren komplexen zwischenmenschlichen Auswirkungen greifbar. Wie war die Situation auf dem Land, in der Stadt? Wie lebte man zusammen und wie stabil oder fragil war dieses Zusammenleben?
Nicht nur in der langen konfliktreichen und verwobenen Geschichte von Juden und Deutschen findet Dickinson Antworten, sondern auch in den psychologischen, ökonomischen und soziologischen Strukturen und Mechanismen, die das Schlimmstmögliche erst möglich machten.
Dickinson gibt aus seinen Gesprächen mit fast zweihundert Menschen die Erzählungen der Gesprächspartner wieder, die Hermann Reis, seine Ehefrau Selma geb. Levy und die Tochter Marion gekannt haben, und er deutet sie: vor einem weiten Hintergrund von Quellen und Selbstzeugnissen und mit dem Verständns des mitfühlenden Beobachters. Damt ist ihm bis heute gültiger Tiefenblick in die Geschichte gelungen, der in dem gesellschaftlichen Umbau, den er schildert, zeitgenössischer nicht sein könnte.

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Was macht man am Dritten Oktober bei schönem Wetter?

Am Tag des Waldes (3. Oktober) besinne ich mich darauf, daß ich, obgleich zeit meines Lebens immer in Waldnähe wohnte, in diesem Jahr (2026) noch gar nicht im Walde für mich hingegagen bin.

Schöne Straße: Neudorf. Schöner Stadtteil.

Am Welttag der Überquerung (3. Oktober) überquere ich die Autobahn under the blueblue sky, um in den Wald einzutreten.

Die Wildschweine haben es gut in ihrem Wildschweingehege – schon erwähnt von Ingo Schulze in seinem Buch „Zu Gast im Westen – Aufzeichnungen aus dem Ruhrgebiet – Wallstein-Verlag“ über den Weg von Mülheim durch den Wald nach Neudorf, um die Buchhandlung Weltbühne zu besuchen.

Im Früherbst im Wald bei tiefstehender Sonne – und dann schaltet sich der Blitz automatisch ein.
„Na ja, auch nicht schlecht“, denkt man dann.

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Übersichtlich und widerständig: seit 37 Jahren der tägliche Begleiter für alle Antifaschist*innen

Antifaschistischer Taschenkalender 2027
172 Seiten, DIN A6. 10 € (plus Porto)

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Ein Friedenspreis, der den Namen verdient

Brief von der DFG-VK LV NRW:

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
am 1. Oktober wird in Münster der Westfälische Friedenspreis an die NATO verliehen.

Schon am vergangenen Freitag wurde als Gegenaktion der Alternative Westfälische Friedenspreis an Connection e.V. verliehen, für deren langjährige Arbeit für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure. Auf unserer Hompage findet Ihr einen kurzen TV-Bericht und ein Video mit der Laudation von Bernd Drücke.

https://nrw.dfg-vk.de/nein-zur-verleihung-des-westfaelischen-friedenspreises-an-die-nato/

Jewgenij Arefiev von der DFG-VK Münster ruft heute zur Teilnahme an der Protestdemonstration am 1. Oktober auf:
„Liebe DFG-VK-Aktive,
am Donnerstag, 1. Oktober, protestieren wir gemeinsam mit weiteren Münsteraner Friedensgruppen gegen die Verleihung des „Internationalen Preises des Westfälischen Friedens“ an die NATO.
Treffpunkt ist um 14:45 Uhr auf dem Schlossplatz am Eingang des 1. Deutsch-Niederländischen Corps. Von dort ziehen wir gemeinsam zum Prinzipalmarkt, wo um 16:15 Uhr die Abschlusskundgebung beginnt.
Bitte unterstützt den Protest, mobilisiert in euren Zusammenhängen, verbreitet den Aufruf und kommt selbst dazu!
Mit solidarischen und pazifistischen Grüßen
Jewgenij Arefiev“

Auf unserer Hompage gibt es den Flyer zur Demonstration mit den Unterstützern und den Redner:innen. Mit dabei ist Kathrin Vogler, ehemalige Bundesgeschäftsführerin der DFG-VK und heute Landessprecherin der LINKEN NRW:

https://nrw.dfg-vk.de/wp-content/uploads/sites/19/2026/09/Aufruf-final-fuer-den-1.10.26-in-Muenster-Friedensforum.pdf

Die Linke in Berlin: Strafanzeige gegen Minister Dobrindt

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin werden Antisemitismusvorwürfe gegen die Partei stereotyp wiederholt. In einer Talkshow kommentiert Innenminister Dobrindt einen Versprecher der Moderatorin über Spitzenkandidatin Eralp spitz. Die reagiert nun mit einer Strafanzeige.
Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp und ihr Landesverband haben laut Anwalt Jasper Prigge Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gestellt. Der CSU-Politiker soll sich dem Schriftsatz zufolge eine Aussage über Eralp als „Antisemitin“ zu eigen gemacht haben. Dies erfülle den Tatbestand der üblen Nachrede und Beleidigung.
Dabei geht es um eine Passage der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ vom Donnerstag, in der es zu Wortgefechten zwischen Dobrindt und der Linken-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Heidi Reichinnek kam. Moderatorin Illner versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: „Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin… Sie ist keine Antisemitin.“ Darauf sagte Dobrindt: „Na doch.“
Anwalt Prigge argumentiert, Dobrindt habe sich Illners Versprecher zu eigen gemacht. Das sei „üble Nachrede“ im Sinne des Strafgesetzbuchs. Dobrindt stelle eine falsche Tatsachenbehauptung auf. Um eine „Beleidigung“ im Sinne des Strafgesetzbuchs handele es sich, weil die Bezeichnung als Antisemitin „in erheblichen Maße ehrabträglich“ sei.
Weiter heißt es im Schriftsatz: „Die Tat ist schließlich auch geeignet, das öffentliche Wirken von Frau Eralp erheblich zu erschweren. Die Verbreitung der Falschbehauptung durch den Innenminister im Fernsehen, Frau Eralp würde sagen, sie sei Antisemitin, ist geeignet, ihre Integrität als politische Amtsträgerin und damit die Regierungsbildung im Land Berlin zu beeinträchtigen.“
Dobrindt hatte vergangene Woche in Kloster Banz gesagt, die Linkspartei in Berlin dulde „ganz offensichtlich Antisemiten und Extremisten in ihrem Umfeld“. Eralp hatte sich vor und nach der Wahl von jeglichem Antisemitismus und von Gewaltaufrufen distanziert und das Existenzrecht Israels bekräftigt.