Die Linke in Berlin: Strafanzeige gegen Minister Dobrindt

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin werden Antisemitismusvorwürfe gegen die Partei stereotyp wiederholt. In einer Talkshow kommentiert Innenminister Dobrindt einen Versprecher der Moderatorin über Spitzenkandidatin Eralp spitz. Die reagiert nun mit einer Strafanzeige.
Die Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp und ihr Landesverband haben laut Anwalt Jasper Prigge Strafanzeige gegen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt gestellt. Der CSU-Politiker soll sich dem Schriftsatz zufolge eine Aussage über Eralp als „Antisemitin“ zu eigen gemacht haben. Dies erfülle den Tatbestand der üblen Nachrede und Beleidigung.
Dabei geht es um eine Passage der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ vom Donnerstag, in der es zu Wortgefechten zwischen Dobrindt und der Linken-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Heidi Reichinnek kam. Moderatorin Illner versprach sich dabei, korrigierte sich aber sofort: „Elif Eralp sagt, sie ist Antisemitin… Sie ist keine Antisemitin.“ Darauf sagte Dobrindt: „Na doch.“
Anwalt Prigge argumentiert, Dobrindt habe sich Illners Versprecher zu eigen gemacht. Das sei „üble Nachrede“ im Sinne des Strafgesetzbuchs. Dobrindt stelle eine falsche Tatsachenbehauptung auf. Um eine „Beleidigung“ im Sinne des Strafgesetzbuchs handele es sich, weil die Bezeichnung als Antisemitin „in erheblichen Maße ehrabträglich“ sei.
Weiter heißt es im Schriftsatz: „Die Tat ist schließlich auch geeignet, das öffentliche Wirken von Frau Eralp erheblich zu erschweren. Die Verbreitung der Falschbehauptung durch den Innenminister im Fernsehen, Frau Eralp würde sagen, sie sei Antisemitin, ist geeignet, ihre Integrität als politische Amtsträgerin und damit die Regierungsbildung im Land Berlin zu beeinträchtigen.“
Dobrindt hatte vergangene Woche in Kloster Banz gesagt, die Linkspartei in Berlin dulde „ganz offensichtlich Antisemiten und Extremisten in ihrem Umfeld“. Eralp hatte sich vor und nach der Wahl von jeglichem Antisemitismus und von Gewaltaufrufen distanziert und das Existenzrecht Israels bekräftigt.

Berlin: Jüdische Unterstützung für ein Linksbündnis

In einem offenen Brief fordern 150 Berliner Jüdinnen und Juden eine rot-rot-grüne Koalition in der Hauptstadt. Sie widersprechen damit dem Zentralrat der Juden.

Offener Brief: Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt
Berlin, den Tag nach der Wahl
Wir sind Berliner Jüdinnen und Juden und kommen aus unterschiedlichen Milieus; wir beten in unterschiedlichen Synagogen oder gar nicht; wir wählen unterschiedliche Parteien – und wir schreiben diesen Brief, weil wir in den vergangenen Wochen immer wieder dieselbe Behauptung gehört haben: Die Linke sei gefährlich für Juden, eine Koalition unter ihrer Beteiligung ein Sicherheitsrisiko für unsere Gemeinden. Wir widersprechen dieser Darstellung – nicht, weil wir die Sorgen kleinreden, sondern weil wir sie ernster nehmen, als es plakative Warnungen tun.
In einer Zeit, in der eine teilweise offen faschistische Partei quer durch Deutschland auf dem Weg zur Macht ist, entziehen sich die großen Publikumsmedien und (wichtige) Teile unserer eigenen jüdischen Gemeinschaft ihrer Verantwortung, wenn sie weiterhin so tun, als würde die Linke die größte Gefahr für jüdische Sicherheit darstellen. Wie alle Arten von Ressentiment und Vorurteil tritt auch der Antisemitismus in vielen verschiedenen Teilen der Gesellschaft auf. Und genau wie die anderen Formen von Gruppenhass wird er dort am gefährlichsten, wo er mit rechtsextremer Ideologie und mit den antidemokratischen Tendenzen und Konflikten zusammenfällt, die sich manchmal auch gewaltsam auf unseren Straßen Bahn brechen. Dass gerade die Linken ständig des Antisemitismus beschuldigt werden, ist nicht nur eine zynische politische Instrumentalisierung, sondern setzt beinahe jede Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich. Diese Flut an Anschuldigungen zielt darauf ab, andere Meinungen zu unterdrücken und das internationale Völkerrecht auszuhöhlen. Vor dem Hintergrund des überall anschwellenden Antisemitismus ist es nicht einfach eine neutrale Beobachtung, eine demokratische linke Partei herauszugreifen, sondern ein politisches Instrument, um Aufmerksamkeit ab- und umzulenken.
Uns beschäftigt etwas anderes mindestens genauso: Wie werden wir – und alle Berlinerinnen und Berliner – in dieser Stadt in den nächsten fünf Jahren leben? Steigende Mieten treffen jüdische Familien genauso wie alle anderen. Prekäre Beschäftigung, überlastete Schulen, ein Gesundheitssystem am Limit, wachsende soziale Spaltung – all das erzeugt genau jene gesellschaftlichen Spannungen, die auch den Judenhass fördern. Wer soziale Missstände ignoriert, überlässt das Feld denen, die immer als erstes nach Sündenböcken suchen. Eine Stadtregierung, die bezahlbaren Wohnraum sichert, öffentliche Daseinsvorsorge stärkt und soziale Ungleichheit spürbar reduziert, tut mehr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit auch für unsere Sicherheit! – als bloß eine demokratische Partei auszugrenzen.
Deshalb sagen wir: Die klar bessere Wahl für diese Stadt, auch für uns Juden, ist eine Koalition, die das sozialökonomische Programm ernst nimmt, das jetzt so dringend gebraucht wird. Nicht weil wir alle Positionen in der Linken oder irgendeiner anderen Partei teilen – das tun wir nicht, und wir werden weiter kritisch bleiben, wo es nötig ist. Sondern weil eine rot-rot-grüne Koalition die Kraft hat, die materiellen Ursachen gesellschaftlicher Spannungen anzugehen, während eine Fortsetzung des Status quo oder ein Rechtsruck diese Spannungen nur verschärfen würde.
Wir bitten die künftige Regierende Bürgermeisterin und ihre Koalitionspartner um zweierlei: Nehmen Sie unsere Sicherheit als das, was sie ist – eine rote Linie, keinen zynischen Spielball für Propaganda. Und nehmen Sie unsere sozialen Nöte ebenso ernst wie die aller anderen Berlinerinnen und Berliner. Beides gehört zusammen. Eine Stadt, die gerechter wird, wird zu einer Stadt, in der auch wir sicherer leben.
Berliner Jüdinnen und Juden für eine soziale und sichere Stadt

Die Liste der Erstuterzeichner ist hier zu sehen.

„Im Transit“

Ausstellung Oktober 2026
„IM TRANSIT“
Der künstlerische Nachlass von Heinrich Strunk

Heinrich Strunk (1949 in Zabrze – 2016 in Duisburg) war ein Duisburger Künstler und Grafikdesigner. Neben seiner freien Malerei und Grafik entwarf er Logos, Illustrationen und Bucheinbände. Anfang 2026 wurde sein künstlerischer Nachlass an das DUKUNA (Duisburger Kunstnachlassarchiv) übergeben.

Eine kleine Ausstellung im Foyer des Stadtarchivs ermöglicht einen ersten Einblick in diesen Nachlass und erinnert an einen bislang wenig bekannten Duisburger Künstler. Seine scharfe Beobachtungsgabe für Alltagssituationen sowie sein Engagement gegen soziale Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit ziehen sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

„Im Transit“ gewährt darüber hinaus einen Blick hinter die Kulissen des DUKUNA und vermittelt Einblicke in die Arbeit des 2025 gegründeten Archivs.

Termine:
Vernissage und Podiumsdiskussion
Freitag, 2. Oktober 2026, 18 Uhr
Denkstätte im Stadtarchiv
Ausstellungszeitraum und Öffnungszeiten
Oktober 2026Stadtarchiv Duisburg
Karmelplatz 5 | 47051 Duisburg
Dienstag und Donnerstag: 9:30 – 17:00 Uhr
Eintritt kostenlos(Bei Bedarf können individuelle Besichtigungen unter dukuna@stadt-duisburg.de vereinbart werden)

Viel Aufmerksamkeit erhielt der Kalender „Jeder ist wie keiner – alle sind wie Du“, produziert für das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS).


Ich bin durch Geschenk auch zu Originalen gekommen, die ich in Ehren halte.

Neu: DER METZGER Nr. 165

Die Ausgabe Nr. 165 von DER METZGER ist erschienen.
So sieht sie aus:

und das steht drin:

Helmut Loeven: Wahl in Anhalt. Es geht nicht nur um Kontrolle über den Staat. Es geht auch um die Kontrolle über den Alltag. Es geht nicht nur um institutionelle Macht, sondern auch um kulturelle Hegemonie.

Max Reinhardt: Siegmund setzt auf Bürgerkrieg. Was haben Rüstrungsgüter mit innerer Sicherheit zu tun?

Ulrich Sander: Solidarität unter „Extremisten“? Kollege Hohmann (UZ) schildert die AfD als „kleinbürgerlich-heimatverliebt“.

Jakop Heinn: Elefanten fanden keine Elefanten. An einem fragwürdigen „Streitgespräch“ auf den „Nachdenkseiten“ nahm auch der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele teil. Mußte das sein?

Renate König: „Lest nicht bei Juden“. Im US-amerikanischen PEN-Club breitet sich die Befürchtung aus, man könnte mit jüdischen Schriftstellern in Verbindung gebracht werden.

Helmut Loeven: Das philosophische Kabarett. Diesmal: Was hat Lenin wirklich gesagt? Gegenvorschläge zur Neugestaltung der Euro-Scheine; Eine Briefmarke, die dem BSW nicht gefällt; Nastassja und Claudia: hübsch un13nd anzuseh’n.

Herbert Laschet Toussaint (HEL). Im Karolinenviertel. Noch ein Gedicht.

Wilfried Porwohl porträtierte Merz treffend.

Les pères de la Libelle. Über Medienwissenschaft erfährt man was, und Martin Buchholz sollte man kennen.

Hanno Juhnt: Ächtet den Psychopathenrasen. Die Zukunft wird am Gartenzaun entschieden.

A.S.H. Pelikan: Meine Telefonnummer – leicht zu merken … Die Telefonnummer von Pelikan kann man sich leicht merken.

Helmut Becker-Behn: Mein Interesse am Schicksal der Juden in Deutschland. Lange und gründliche Annäherung an ein Lebens-Thema.

Lina Ganowski: La Notte. Diesmal: Rechter Terror von links? Der Brandanschlag auf das jüdische Altersheim in München 1970 war Anlass für Spekulationen.

Konrad Knurrhahn: Garten. Ignorieren war nicht mehr möglich.

Wieder da: Hafenstadt. Der Hafenstadt-Fotograf hat nach längerer Pause sein Weblog wieder in Betrieb genommen.

Back Cover: So schön ist die Schweizer Straße.

Das Heft kostet 4 Euro.
Besorgen! Bestellen! Schicken lassen! Oder in der Buchhandlung Weltbühne kaufen! Lesen! Weiterempfehlen! Draus zitieren! Und schließlich: Abonnieren! Denn: Wer abonniert, hat mehr von Metzger

Festival Platzhirsch: eine gute Sache

Am Wochenende fand das traditionelle PLATZHIRSCH-Festival statt, auf dem Dellplatz. Ich habe vergessen, es hier nochmal anzukündigen. Dafür kündige ich das Platzhirsch-Festival des nächsten Jahres an. Termin steht noch nicht fest.
Was da hocbaumäßig (hochamtmäßig) auf uns herabblickt, ist nicht nur die Christenheit, sondern auch die Kaiserzeit. Ein Glück, daß ich nicht Maurer in der Kaiserrzeit war!
Maggy Wösthoff, unverdrossen, zuverlässig, mutmachend.
Fotoausstellung. Bilder von Frank Napierala.

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Michel Friedman wirbt für die Grünen

Der Publizist Michel Friedman hat vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern empfohlen, die Grünen zu wählen.
Friedman war einige Jahre stellvertretender Vorsitzender des Zentraslrats der Juden in Deutschland und Mitherausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine. Er war jahrzehntelang Mitglied der CDU und zeitweilig Mitglied ihres Parteivorstands.
„Die Situation in unserem Land ist schwer, sie ist ernst, und was die Demokratie angeht, hochgefährdet“, sagte Friedman.
Aus seiner Sicht gebe es zwei Parteien, die nicht wählbar seien: die AfD und das Bündnis Sahra Wagenknecht. Friedman bezog sich auf die Ankündigung des BSW, sich möglicherweise bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt in einem entscheidenden Wahlgang zu enthalten und damit eventuell einem AfD-Politiker den Weg ins Amt zu ebnen. „Enthaltung ist Mittäterschaft“, sagte Friedman.
Friedman war 2025 aus Protest aus der CDU ausgetreten. Auslöser war eine Abstimmung im Bundestag, bei der ein von Friedrich Merz vorgelegter Fünf-Punkte-Plan für eine schärfere Migrationspolitik auch mit Stimmen der AfD beschlossen wurde – erstmals verschaffte die AfD dabei der Union im Bundestag eine Mehrheit.

Das Wort zum Sonntag

In den 50er Jahren:
Der Hass der Väter auf ihre Söhne.
In nichts war die sexuell verklemmte Generation,
die ihre Erziehung in der HJ, im BDM
und in der Wehrmacht genossen hatte, so groß,
wie in der Eifersucht,
mit der sie die Jugendlichen daran zu hindern versuchte,
ihre Jugend zu gestalten und auszufüllen,
in nichts so hartnäckig wie in ihrem Werk,
Seelen zu zerstören.
Die Langeweile ihres Daseins
hielten sie für unabwendbare, alterungsbedingte
Naturgesetzlichkeit,
und die Inhaltslosigkeit ihres Kopfes
hielten sie für Lebensweisheit.
Dabei war es doch nur die Feigheit,
die sie davon abhielt,
über das gegebene hinauszudenken.
Sich etwas mehr vom Leben zu erhoffen als Leere
kostete den Preis, für dämlich gehalten zu werden.
Den Jugendlichen wurde
als Existenzberechtigung nur zugebilligt
als Dorftrottel des Wirtschaftswunders.
Dem Weltkrieg folgte als Echo
eine alltagskulturelle Idiotie.
Da war es ebenso wohltuend wie wichtig,
sie mit elektrischen Gitarren zu zerfetzen.


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KOMMT INS OFFENE atelier

Hier eine Empfehlung:

Offenes Atelier 2026
Samstag, 26. + Sonntag, 27. September

TIMON KETTELHOIT
Malerei, Grafik & Zeichnung, Installation,
Bildhauerei, Objekte

LÜTT HUIS
Textile Arbeiten

Gäste: Klaus Steffen (Literatur)

MUSTAFA ZEKIROV
Malerei, Zeichnung

Kennt ihr Nichts und Niemand?
Nichts war arm, er hatte nichts und Niemand wurde überall übersehen. Die beiden taten sich zusammen, Nichts gab den ersten Impuls und Niemand häkelte drauf los. Entstanden sind farbige Muster, seltene Tiere und abenteuerliche Kleidung.
Nichts und Niemand kennen nichts und niemand und zeigen die neuen Arbeiten.

Am 26. und 27. September von dreizehn bis achtzehn Uhr
im Atelier Hundesalon
Musfeldstraße 110
Duisburg Hochfeld

Genau das habe ich vermutet

Aus einem Zeitungsbericht von heute:
Laut der israelischen Zeitung „Haaretz“ warnten der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate und Hamas-Quellen den Premier vor dem 7. Oktober vor einem Angriff. Doch der soll die Warnung abgetan und den Sicherheitsapparat nicht informiert haben.
Rund 45 Minuten soll das Telefongespräch im September 2023 gedauert haben. Daran beteiligt: Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel, und Mohammad Bin Zayed, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Inhalt: Äußerst brisant.
Bin Zayed sprach eine deutliche Warnung aus: Die Hamas in Gaza habe etwas Großes vor. Israel solle sich rüsten. Mit dabei beim Gespräch war ein Berater des Kronprinzen, ein Palästinenser aus Gaza, offenbar bestens vernetzt. Beide drängten Netanjahu, etwas zu unternehmen. Doch der israelische Premier winkte ab.
Eineinhalb Wochen vor dem 7. Oktober erhielt Netanjahu demnach also von höchster Stelle eine explizite Warnung vor einem Überfall der Hamas – und nahm sie nicht ernst. Netanjahu soll auch den Sicherheitsapparat nicht eingeweiht haben. Mit diesem brisanten Vorwurf geht die israelische Zeitung „Haaretz“ nun an die Öffentlichkeit.
…
Der Zeitpunkt der „Haaretz“-Veröffentlichung ist präzise gewählt: Israel steckt mitten im Wahlkampf, und der 7. Oktober spielt eine zentrale Rolle. Die Opposition prangert die Netanjahu-Regierung für ein politisches Versagen an, das zu dem schweren Massaker beigetragen habe. Die rechte Koalition wiederum gibt der Armee die Schuld und streut Falschinformationen.
So machte Sara Netanjahu, Ehefrau des Premierministers und selbst eine politische Figur, eine neue Verschwörungstheorie groß. Im Interview mit dem rechten Propagandasender „Kanal 14“ behauptete sie, der Oppo㈠sitionspolitiker Jair Golan habe bereits vor dem verheerenden Massaker gewusst, dass etwas passieren würde.
Golan, heute Chef der Linkspartei „Die Demokraten“, gilt als Held des 7. Oktober. Früh am Morgen, als das Massaker auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals im Gange war, fuhr er mit seinem Auto mitten ins Kampfgebiet. In Uniform und mit Gewehr schaffte er es, Jugendliche aus der Todeszone zu befreien. Der frühere Vize-Generalstabschef der israelischen Armee wurde dafür auch von seinen politischen Gegnern bewundert.
Diesen Ruhm versuchte Sara Netanjahu nun zu bekleckern – und mehr noch. Sie warf der Armee und den Geheimdiensten vor, ihren Mann in den Morgenstunden des 7. Oktober „nicht aufgeweckt“ zu haben. Benjamin Netanjahu wiederholte diese Vorwürfe danach selbst.
Die neue Recherche verdeutlicht dagegen nicht nur die Untätigkeit der israelischen Führung im Vorfeld des Massakers. Nachdem mehr als 200 Israelis nach Gaza verschleppt worden waren, machte die Spitze des israelischen Sicherheitsapparats demnach einen frappierenden Fehler: Die Hamas soll schon in den ersten Kriegstagen zur Freilassung aller Geiseln unter 18 Jahren und über 50 Jahren bereit gewesen sein – auf Druck aus Katar. Doch Israel lehnte ab.
Am 7. Oktober 2023 richteten die Terroristen der Hamas und anderer Gruppen im Süden Israels ein Blutbad an. Sie töteten mehr als 1200 Menschen und nahmen 251 als Geiseln – darunter Greise, Kleinkinder und Babys.
Nur 168 Geiseln kehrten lebend zurück.
Maria Sterkl in der Frankfurter Rundschau.

Mein erster Gedanke am 7. Oktober 2023 war:
Das Massaker kommt der rechtsextremen Israelischen Regierung gerade recht. Die wollen nicht den Frieden, sondern den Sieg. Und die sind bereit, dafür dem eigenen Volk die größten Opfer aufzubürden.
Es ist ein Schimmer der Hoffnung, daß eine große Israelische Zeitung diese Vorgänge bekanntmacht.